Es war in vielerlei Hinsicht eine Premiere. An einem Dienstag – mitten in der Woche- stand das Konzert im Irish Pub Moist-Corner in Suhl auf dem Plan. Auch erstmalig begleitete uns unser neuer Basser Paule zu einem Überland-Konzert. Dennoch: die Voraussetzungen zeichneten sich kurz vor Abfahrt eher schlecht ab. Zum einen drohte ein dichter Schneefall für eine “unterhaltsame” Fahrt zu sorgen. Zum anderem erreichte dem Saxophonisten am Vormittag ein aufgeregter Anruf, wonach Lead- und Rhytmusgitarrist seit zwei Tagen von einem Magen-Darm-Virus heimgesucht worden. Obwohl dem Saxophonisten recht plastisch und anschaulich sämtliche Begleiterscheinungen ausführlich geschildert worden, soll auf die Weitergabe dieser Informationen an dieser Stelle verzichtet werden. Könnten ja Leser beiwohnen, die gerade gegessen haben. Mit einer entsprechenden Gesichtsfarbe schlugen dann beide am Probenraum auf und wurden mit teuflischen Errungenschaften der Pharmaindustrie gestopft.
Die Fahrt führte uns unter besagten Bedingungen in den verschneiten Thüringer Wald, wo wir -am Konzertort angekommen- zunächst erstmal den Gastgeber schockten, da der Transporter 8 lärmende Gesellen ausspuckte. Moist-Corner bietet alles, nur halt nicht viel Platz und somit war das Gesicht des Wirts Bernd plötzlich denen der Lead- und Rhythmusgitarristen angeglichen. Auch für die Band sollte der Abend dahingehend einen Mehrwert bringen, da nun konstatiert werden kann, dass 7 Musiker inklusive Instrumente (Drum-Set und Pianos) auf einer 4×2 Meter- großen Bühne Platz finden. Nun soll es hier keineswegs so wirken, als würde sich die Band über mangelnden Platz beschweren. Gerade dieser Umstand machte das Konzert zu einem echten Erlebnis. Okay, der Gang zur Toilette durch die eng aufgereihten Besucher dauerte nicht unter einer viertel Stunde, aber es hatte ja sowie keiner aus der Band eine schwache Blase oder Magen-Darm-Erkrankungen, die einen rekordverdächtigen Sprint zum Thron bedürft hätten.
Ein feierndes und begeisterungsfähiges Publikum machte die ganze Sache rund. Der letzte Nachtbus in Suhl wurde durchweg von den Besuchern ausgelassen und Alternativen der Heimreise eruiert. Und hätte Bernd die Scuttles mit nervöser Angst vorm Ordnungsamt nicht gebremst, hätte die Band noch bis um drei Uhr gespielt.
Die Rückfahrt war geprägt von dreierlei Ereignissen: zum einen soll aber auf den kleinen Wildunfall sowie diverse Sekundenschlafanfälle nicht eingegangen werden. Zum anderen muss hier hervorgehoben werden, dass von der Band mit dem Saxophon, der besagtes Vehikel zu steuern vermochte, dreist Schindluder getrieben wurde. Vor der Abreise aus Suhl wurden wir mehrfach nachdrücklich von allen Besuchern gewarnt auf die Blitzer im Rennsteigtunnel Acht zu geben. Mit tränenunterdrückter Stimme beteuerte der Saxophonist wenig später gestrichene und zulässige 80 gefahren zu sein. Der Blitz erfasste die Reisegruppe dennoch, nur war es kein Geschwindigkeitsblitzer sondern ein noch aus der Band zu werfender Fotograf, der den Fahrer gefühlskalt hinters Licht führte.
Diesen Umstand vernachlässigt, hinterließ der Abend bei allen Bandmitgliedern ein euphorisches Fazit, welches natürlich in der Wiederholung der Veranstaltung gipfeln wird- so der Wunsch aller auf beiden Seiten Beteiligten.
Für unser nächstes Konzert wenden wir weniger Fahrtstrecke auf. Am 03.03.2012 kommt es im Kulturkino Zwenkau zum Comeback der Scuttles in jenem Etablissement. An dieser Stelle sei bereits eine weitere musikalische Premiere, die allen Bandmitgliedern sehr am Herzen liegt, angekündigt…



